Chronik


In der Geschichte kam es immer wieder zu verheerenden Bränden in Grevesmühlen.

1659 fiel fast die gesamte historische Bausubstanz einer verheerenden Feuersbrunst zum Opfer. In dieser Zeit gab es nur zum Feuerlöschdienst verpflichtete Männer. 1793 bekam Grevesmühlen mit einer „Kupfernen Spritze“ das erste technische Hilfsmittel. Ein erstes Spritzenhaus entstand in Grevesmühlen im Jahre 1823 in der Kleinen Seestraße. Ab 1901 erfüllte dann ein Haus in der Nähe der ehemaligen Molkerei diesen Zweck.

Am 8. Januar 1922 beschloss der Männerturnverein die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr als Abteilung.

Die offizielle Gründungsversammlung fand am 11. Januar 1922 statt. An diesem Tag gründeten 37 Mitglieder des MTV die Freiwillige Feuerwehr Grevesmühlen. Sie wählten Maurermeister Karl Niemann zum Hauptmann sowie Dachdeckermeister Karl Heller und Wasserwerk-Betriebsleiter Albert Schmill zu Zugführern.

Zu den Gründungsmitgliedern dieser Feuerwehr gehörten außerdem u.a. Stadtinspektor Friedrich Belg, Kaufmann Hans Dassau, Schlossermeister Friedrich Duwe, Schuhmachermeister Paul Wehmuth und Zimmermeister Ernst Wulf, sowie der am 25. August geborene und seit 1926 in Grevesmühlen als Selbstständiger wirkende Malermeister Friedrich Müller.

Sie trugen in der Folgezeit in starkem Maße zur Entwicklung des Feuerlöschwesens in Grevesmühlen bei.

Weitere Gründungsmitglieder dieser Feuerwehr waren unter anderen Stadtinspektor Friedrich Belg, Kaufmann Hans Dassau, Schlossermeister Friedrich Duwe, Schuhmachermeister Paul Wehmuth und Zimmerermeister Ernst Wulf, sowie Malermeister Friedrich Müller. Sie alle trugen in der Folgezeit maßgeblich zur Entwicklung des Feuerlöschwesens in Grevesmühlen bei.

Nur 3 Wochen später wurde durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, sämtliches benötigtes Gerät auf Kosten der Stadt zu beschaffen.

1924 war eines der wichtigsten Jahre für den Brandschutz in der Stadt und im Amt Grevesmühlen.

Es wurde eine elektrische Wecker-Schleife errichtet, womit 16 Feuerwehrleute direkt alarmiert werden konnten.

Am 8.April 1924 wurde der Beschluss gefasst, eine Überland-Automobilspritze für 20000 Mark zu beschaffen. Diese wurde tags darauf bei der Fa. Meyer aus Hagen bestellt. Gleichzeitig wurde die Beschaffung eines Schlauchwagens in die Wege geleitet.

Die Stadtverwaltung entschied sich dazu einen Steigerturm mit Garage am Lustgarten zu errichten, wo die Feuerwehr bis 1939 ihr zuhause fand.

Am 2. August durfte die neue Automobilspritze in Empfang genommen werden. 14 Tage später verlief die erste Probe am Ploggensee vollkommen zufriedenstellend.

Am 19. August erfolgte die erste Bewährungsprobe bei einem Gutsscheunenbrand in Redewisch. Laut Grevesmühlener Zeitung „bewährte sie sich vortrefflich, da sie das brennende Gebäude reichlich unter Wasser hielt und dadurch Funkenflug und größere Ausbreitung des Feuers verhinderte“.

Laut Mecklenburgischer Feuerwehrzeitung besaß Grevesmühlen die erste Überland-Automobilspritze in Mecklenburg und stand für 200 Ortschaften zur Verfügung.

Dieses Fahrzeug hatte 32 PS, fuhr bis zu 95 km/h, wurde durch 5 Kameraden besetzt und verfügte inclusive Schlauchanhänger über ca. 1200m Schlauch.

Weitere größere Löschgeräte der Stadt waren 2 zweistrahlige Feuerspritzen, eine Zubringerspritze, eine mechanische 4-Rad Schiebeleiter, 4 Steigleitern, 2 Wasserwagen, ein großer Schlauchwagen sowie ein kleiner Schlauch- und Hydrantenwagen, 43 Hydranten standen zur Verfügung.

Anders als heute war die Feuerwehr ein „ausführendes Organ der Polizeibehörde“ und Widerstand gegen die Feuerwehr wurde als Widerstand gegen die Staatsgewalt geahndet.

Bis 1927 rückten die Kameraden zu 40 Einsätzen aus und zählten 51 Mitglieder.

1928 wurden die Hofgebäude des Rathauses für die Feuerwehr umgebaut. Später erfolgte der Bau eines Schlauchtrockenturms, der gleichzeitig als Steigerturm für Übungen der Freiwilligen Feuerwehr benutzt werden konnte, der 1939 fertiggestellt wurde.

Ab 1930 übernahm Schlossermeister Friedrich Duwe die Leitung der Feuerwehr.

1934 holte Rudolf Zehrt ein neues Automobillöschfahrzeug von der Feuerwehrausstellung Dresden. Das war seinerzeit das modernste Löschfahrzeug des Kreises.

Nach der Zusammenlegung des Amtes Grevesmühlen und des Landes Ratzeburg wurde 1937 unser Kamerad Friedrich Belg zum Kreiswehrbrandmeister des neu entstandenen Kreises Schönberg ernannt.

 

Die Vorbereitungen auf den 2. Weltkrieg bekamen auch die Angehörigen der Grevesmühlener Wehr zu spüren.

Die Ausbildung der Mannschaft zielte mehr auf den kommenden Krieg mit möglichen Einsätzen hin. Der Aufgabenbereich der Feuerwehr veränderte sich während dieser Zeit immer mehr.

1939 erfolgte auf Reichsbasis die gewaltsame Auflösung der Feuerwehrverbände. Die Feuerwehren wurden als "Freiwillige Hilfspolizei" der Polizei unterstellt. Im Zeitraum von 1939-1945 gehörten immer ca. 50 Aktive Mitglieder zur Grevesmühlener Wehr. Mit Kriegsbeginn erhielten auch Grevesmühlener Feuerwehrleute ihre Gestellungsbefehle. Dadurch dezimierte sich der Mannschaftsbestand beträchtlich. Um deren Einsatzbereitschaft sicher zu stellen, erhielten andere Bürger ihre Dienstverpflichtung für die Wehr. Der Krieg bestimmte zunehmend die Aufgaben der Feuerwehr.

1942 mussten die Kameraden nach verheerenden Luftangriffen in Wismar und Rostock Hilfe leisten. Allein in Rostock waren sie 5 Tage im Einsatz, wofür Wehrführer Friedrich Duwe das Kriegsverdienstkreuz erhielt.

Am 14. April 1945 gerieten die Kameraden auf dem Weg zum Einsatz nach Wismar nahe Gägelow in einen Tieffliegerangriff.

Bis zum 3. Mai 1945 stand die Wehr noch unter dem Kommando von Friedrich Duwe. Der Grevesmühlener Hermann Dose wurde, auf Anweisung der Besatzungsmächte, neuer Kreisbrandmeister.

Otto Schönbeck übernahm bis 1949 die Leitung der Wehr. Dieser hatte die schwierige Aufgabe den Neuaufbau der Feuerwehr in die Wege zu leiten. Es mangelte an Ausrüstung aller Art. Eine der ersten Maßnahmen war die Entschlammung des Feuerlöschteiches am Lustgarten, was dann zur regelmäßigen Aufgabe der Feuerwehr wurde.

Die bedeutsamsten Einsätze in dieser Zeit waren der Brand der Buchbinderei Korn & Salchow, der Dachstuhlbrand, der Fritz-Reuter Schule und der Brand der Tischlerei Fick und Mirow.

1949 wurde in Grevesmühlen das Kommando Berufsfeuerwehr gebildet, welche in den Folgejahren durch die freiwilligen Kameraden unterstützt wurden. Sie erhielten die Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr. Zur technischen Ausstattung gehörten 2 Fahrzeuge des Typs Phänomen, ein LF15 mit Vorbaupumpe, genannt Büssing, und einem Schlauchwagen.

1954 erfolgte die Auflösung der Berufsfeuerwehr und eine neue Entwicklungsetappe begann.

Neuer Wehrführer war Erich Schütt. Unter seiner Führung wurde insbesondere die Öffentlichkeitsarbeit und Kameradschaft vorangetrieben, dazu gehörten z.B. Wettkämpfe,  Vorführungen verschiedenster Art bei Großveranstaltungen und die Durchführung eines „Tag der offenen Tür“.

Zu den größten Einsätzen dieser Zeit gehörte ein schwerer Orkan und der Brand des  VEAB-Getreidespeicher in der Jahnstraße, bei dem Löschzüge der BF Wismar und Schwerin, sowie den FFs Dassow und Naschendorf unterstützten

1963 folgte Harry Jancker als Wehrführer, der die Geschicke der Feuerwehr bis 1984 leitete.

Nun fanden auch Frauen erstmals Zugang zur Feuerwehr und es wurde eine Frauengruppe gebildet, welche fortan die sehr wichtige Aufgabe des vorbeugenden Brandschutzes übernahmen. In der jährlichen Brandschutzwoche wurden z.B. die Feuerstätten von Wohngebäuden und Betrieben kontrolliert.

Am 25.Februar beschloss die Stadt den Bau eines neuen Gerätehauses an der Goethestraße. Die Kameraden beteiligten sich an dieser Baumaßnahme mit 2480 Arbeitsstunden, wofür die Feuerwehr die Aufbaunadel des „Rat des Kreises“ verliehen bekam. Am 5. November erfolgte die Übergabe des neuen Gerätehauses.

Ab 1966 wendete sich die Feuerwehr verstärkt der Jugendarbeit zu. Mit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“ wurde der Grundstein für die Nachwuchsgewinnung gelegt. Später entwickelte sich aus den Mitgliedern der AG eine FDJ-Löschgruppe, dem Vorläufer der heutigen Jugendfeuerwehr.

Dank der Arbeit von Harry Jancker und seinen hochmotivierten Kameraden konnte die Grevesmühlener Feuerwehr auf einen der modernsten DDR-Fuhrparks zurückgreifen und hatte mit 114 Kameradinnen und Kameraden eine sehr hohe Leistungsfähigkeit.